Gehirn entspannt füllen & Wichtiges teilen – in 4 Schritten

Ich lese zu meinem Fachgebiet möglichst alles Wichtige, was online geschrieben wird. Gute Artikel aus dieser Fülle leite ich in Form von Tweets meinem Netzwerk weiter. So versuche ich, ein hochwertiges Konzentrat zum Thema zu liefern – gemischt mit Privaten, weil ich Mensch bin – das meine Online-Gefährten weiter hilft. Hier meine Maschine zum Nachbauen.

Ich beschreibe ich die Online-Tools, die mir das möglich machen. Diesen neuen Möglichkeiten begeistern – gerade auch ihre Einfachheit. Das Web ist ein riesiges Tool – wir profitieren, wenn wir lernen, es einzusetzen.

Voraussetzung ist ein eigenes Twitter-Konto – das hat man schnell eingerichtet und ich empfehle das auch allen, die online arbeiten – um ein Gespür dafür aufzubauen. Von aussen versteht man Twitter nicht.

Ich habe einen Grobüberblick zu meiner “Maschine” gezeichnet:

Schritt 1: Online-Inhalte Abonnieren

Das Zauberwort heisst hier RSS (Really Simple Syndication). Ich habe in einem früheren Artikel die Grundlagen zu RSS vermittelt. Ich empfehle, den Artikel zu lesen, wer das noch nicht schon getan hat. RSS ist wichtig – wer entspannt auf dem neusten Stand sein will, sollte das ausprobieren.

Anleitung:

  1. bei Google Reader anmelden
  2. mit dem roten “abonnieren” Button Websites abonnieren, zB go4blog.ch und webwirksam.ch eingeben. Alle seriösen Online-Magazine und Blogs bieten RSS an.

Es lohnt sich, sich mit Google Reader vertraut zu machen – auch auf dem Smartphone. Zudem die im anderen Artikel erwähnten Zusatz-Apps anzusehen. Wer ein iPad hat, wird besonders begeistert sein.

Schritt 2: Lesen und Filtern

Nun kommen in meinem Fall sehr viele Artikel laufend in meinem Google Reader an. Einiges ist doppelt, kann ich abhaken. Aus dieser Fülle will ich die besten Artikel weiterempfehlen, damit meine Twitter-Folger ein nützliches Konzentrat erhalten. Ich mache das mit der “Stern-Funktion” in Google Reader. Finde ich einen guten Artikel, klicke ich einfach auf den Stern und mein System findet dafür eine passende Zeit und verteilt solche Tweets über den ganzen Tag. Mehr dazu weiter unten.

Anleitung:

  1. sich zur Gewohnheit machen, den RSS-Reader regelmässig zu lesen
  2. neue Websites abonnieren, überflüssige rauslöschen
  3. gute Artikel “sternen”

Tipp: ich verwende auf dem iPad die App “Reeder”, auf meinem Smartphone die App “Google Reader” und auf meinem Macbook manchmal den normalen Google Reader oder die App “Reeder for Mac”. Diese Apps sind synchronisiert mit meinem Google Reader, das heisst, das “Sternen” geht überall.

Schritt 3: Tweet-Mechanismus vorbereiten

Google Reader tweetet nicht automatisch für mich. Ich muss einen Automatismus bauen. Einerseits sollen gesternte Artikel aus meinem Google Reader geholt werden, andererseits sollten solche Tweets über den Tag verteilt raus gehen – nicht 10 Tweets auf einmal, wenn ich gerade wieder lese. Hier kommt das vernetzte Web richtig cool zum Zug.

Buffer ist eine Webapplikation, in der ich bestimmte Tageszeiten definieren kann, an denen die Tweets, die ich laufend in Buffer reinfülle, gesendet werden sollen.

Ich habe ca. 15 solcher “Slots” definiert. Ziele für mich sind einfach, dass Tweets nicht sofort nacheinander raus gehen und dass sie nicht nachts versendet werden (ich lese oft spätabends in meinem Google Reader). Ich sterne viel weniger als 15 Artikel pro Tag – das heisst, es entsteht kein “Overkill”.

Anleitung:

  1. sich bei Buffer anmelden
  2. das eigene Twitter-Konto damit verbinden
  3. einige Zeitpunkte definieren, an denen getweetet werden soll

Schritt 4: Gesternte Artikel abholen

Hier kommt das Verbindungsstück zwischen dem Google Reader und Buffer.

Es gibt einen sehr nützlichen Dienst “if this then that – ifttt.com“. Darin kann ich viele Online-Dinge automatisieren. Ich verwende es zum Beispiel um wichtige E-Mail automatisch in Dropbox zu archivieren oder Fotos, die andere von mir in Facebook reinstellen automatisch herunterzuladen.

In unserem Beispiel verarbeite ich damit gesternte Artikel in meinem Google Reader und sende sie an Buffer.

Anleitung:

  1. sich bei ifttt.com anmelden
  2. seinen Google Reader darin verlinken
  3. das soeben erstellte Buffer-Konto darin verlinken
  4. dieses “ifttt-Rezept” ansehen
  5. unten mit “Create Task” in die eigene “Maschine” übernehmen – keine weiteren Anpassungen nötig

Die Tweet-Maschine is bereit

Ohne sehr aufwändige Basteleien – aber zugegeben mit einigen absolvierten Schritten – haben wir nun das System bereit. Wenn ich in Google Reader ein Stern setze bei einem Artikel, sollte ifttt.com das sehr bald merken und den Artikel an Buffer senden. Buffer wiederum wartet bis zum nächsten definierten Tweet-Zeitpunkt und senden völlig selbständig den Tweet raus.

Nice, nicht? Hat es geklappt?

Ich kann mir vorstellen, dass Fragen auftauchen. Dafür ist die Kommentarsektion unter diesem Artikel offen. Ich werde versuchen, Unklarheiten zu lösen und wo nötig den Artikel entsprechend zu ergänzen. Wer ihn interessant fand, ist herzlich eingeladen, ihn zu teilen – danke für diese Klicks!

Es bleibt mir noch ein wichtiger Hinweis: meine so automatisch getweeteten Nachrichten machen nur einen Teil meiner Aktivitäten in Twitter aus. Nicht vergessen: Twitter ist ein interaktives Dialog- und Diskussionstool. Vollautomatische Twitterkonten sind meist eher kalt und subinteressant.

Über Sam Steiner

Sam Steiner beschäftigt sich mit Trends im Internet, der Veränderung des Nutzerverhaltens und Chancen/Gefahren für Unternehmen in der Schweiz. Er hat 12 Jahre in Webagenturen gearbeitet und diverse Online-Communitys aufgebaut. Sam Steiner in Google+.
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13 Antworten auf Gehirn entspannt füllen & Wichtiges teilen – in 4 Schritten

  1. Toll! Danke für diesen Post! Ich hab nämlich schon seit Längerem nach genau sowas gesucht ^^ Ich frage mich nun nur, ob es möglich ist, individuelle Kommentare zum “starred” Post hinzuzufügen? Wahrscheinlich eher nicht, oder?

    • Sam Steiner sagt:

      Danke für die Rückmeldung. Nein, auf diesem Web ist kein zusätzlicher Kommentar möglich. Dazu müsstest du wohl den “ifttt.com”-Schritt auslassen und direkt zu Buffer teilen. Das nimmt dann natürlich etwas Automatismus weg – dafür gewinnt man persönlichen Touch.

  2. Roman Portmann sagt:

    Auf das habe ich schon lange gewartet! Danke tausend mal. Auf weitere gewinnbringende Artikel von dir freue ich mich.

  3. stooni sagt:

    Das war auch schon lange am werkeln in meinem Kopf, aber ich habe noch einen Schritt weiter und zwar gibt es noch http://www.socialbro.com/ mit dem kann man die Tweet Zeiten definieren wann es am meisten RT’s und Fav’s gibt!

    Das mit dem Rausfiltern ist auch wichtig es gibt manchmal auch Seiten die einfach gelöscht werden und nicht mehr vorhanden sind!

    Im Moment Buffere ich noch von den Webseiten aus, ich muss dann aber mal Step by Step Deine Beispiele durch arbeiten!!!

    —-Stooni

  4. macFritz sagt:

    Toller Artikel…

    Habs genau so durchgeführt, jedoch wird nichts an Buffer weitergeleitet und somit auch keine Tweets gesendet.

    • Sam Steiner sagt:

      Hallo macFritz,
      du hast deinen Twitter-Account und deinen Google Reader in “ifttt.com” erfolgreich verbunden? Bitte beachte auch, dass ifttt jeweils alle 15 Minuten updatet, es geht also nicht ganz sofort.

      • macFritz sagt:

        Achso ;)

        Tja ich bin halt ungeduldig. Aber mittlerweile funktioniert das ganze perfekt. Macht ja in Verbindung mit iPad und iPhone richtig Spass.

        Danke für den tollen Blog-Beitrag

        LG

  5. Mathias sagt:

    Danke Sam für diese Anleitung!
    Habe das jetzt seit knapp zwei Wochen so “installiert” – klappt prima!
    Habe das auch mit Tweets so eingerichtet: Tweet gesternt –> mit “RT: ” zu Buffer –> zu vorgegebener Zeit wieder raus..

    Was ich mir noch wünschen würde von ifttt: eine Funktion, dass in “Pocket” gesternte Artikel ebenfalls weitergeleitet werden könnten…

  6. Pingback: Twitter-Geheimplan in 12 Schritten | Web Wirk Sam

  7. Pingback: Blogparade: Zeigt her eure Apps - Mathias Fontana

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